WER NÄHT EIGENTLICH MEINE KLAMOTTEN? - FASHION REVOLUTION WEEK IN HAMBURG

19:57




Morgen, am 24. April, jährt sich das Unglück von Rana Plaza bereits zum vierten Mal.
Damals stürzte in der Nähe von Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch, ein neunstöckiges Gebäude in sich zusammen. In dem Gebäude waren fünf Textilfabriken untergebracht, 1138 Menschen kamen bei dem Einsturz ums Leben, mehr als 2000 Menschen wurden verletzt. Das bisher größte Unglück in der Geschichte der Textilindustrie steht seitdem auch für die katastrophalen Arbeits- und Sicherheitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie weltweit.


#WHOMADEMYCLOTHES ?


Um auf diese desolaten Zustände aufmerksam zu machen, rief die Modedesignerin und Aktivistin Carry Somers das Projekt Fashion Revolution Week ins Leben. Die Kampagne möchte alle Menschen weltweit dazu ermutigen, sich näher mit der Herkunft ihrer Kleidung zu beschäftigen.
Inzwischen beteiligen sich am Fashion Revolution Day, also am 24.April, Menschen aus über 68 Ländern an Events, Flashmobs und Workshops - und nehmen an der Selfie-Kampagne mit dem Hashtag #whomademyclothes teil, bei dem sie ihre Kleidung auf links tragen und so das Label zeigen, auf dem "Made in..." steht.

Im Januar 2014 startete die deutsche Initiative Fashion Revolution Germany in Berlin - und
da es auch in Hamburg eine immer größer werdende nachhaltige Modeszene gibt, finden auch in hier in der Hansestadt vom 24. bis 30. April zahlreiche Veranstaltungen statt, bei denen der Dialog zwischen Produzenten, Modelabels und -firmen sowie Endkunden gesucht wird und ein Bewusstsein geschaffen werden soll für die Menschen, die unsere Kleidung herstellen sowie für deren Arbeitsbedingungen. 


PROGRAMM BEI DER FASHION REVOLUTION WEEK HAMBURG 


Während der gesamten Fashion Revolution Woche findet in der B-Lage auf der Schanze der Kleidertausch Pop-Up Store statt. Viele großartige Vintagestücke der Initiator/innen von Kluntje, Bridge and Tunnel, Vane Wonderland, der Kleiderei, Mojo Snowboarding und dem Kunstkinder Mag warten schon darauf, den Besitzer zu wechseln. Das Motto ist dabei ganz klar: Tauschen statt Kaufen. Getauscht wird nach einem Punkteschema, bei dem der Wert eines Kleidungsstücks mit bestimmten Farben festgelegt wird. Eure mitgebrachten Teile werden vor Ort begutachtet und im Anschluss könnt ihr diese dann mit gleichwertigen Teilen tauschen. 

Darüber hinaus gibt es jeden Abend einen Experten-Talk zu Themen rund um Nachhaltigkeit und Fair Fashion.
Die erste Podiumsdiskussion "The Future of Fair Fashion" findet am Dienstag Abend im Büro des Avocado Stores statt. Der Nachhaltigkeitsexperte Dr. Stefan Siemer, Anja Heuschkel von OTTO, die Kleiderei-Girls Pola und Thekla sowie Juliana und Anna vom Hamburger Modelabel JAN'N JUNE gehen hier der Frage auf den Grund, wieviel fair noch in Fashion passt. 

Am Mittwoch geht es im betahaus Hamburg um die Arbeitsrechte in Bangladesch. Referentin Laura Ceresna-Chaturvedi von der Kampagne für saubere Kleidung erörtert, ob und wie sich die Arbeitsrechte und der Arbeitsschutz innerhalb der vergangenen vier Jahre verändert haben. Anschließend wird es dann interaktiver und ihr habt in einer offenen Diskussionsrunde selbst die Möglichkeit, eure Gedanken einzubringen. 

Mit der Frage, wie sinnvoll recycelte Mode aus PET-Flaschen und Ozean-Müll ist, setzen sich am Donnerstag Abend in der Superbude Alexandra Perschau von Greenpeace und Jan Thelen vom Hamburger Öko-Modelabel recolution auseinander. 

ABSCHLUSSPARTY IN DER B-LAGE


Selbstverständlich darf die Fashion Revolution Week aber nicht ohne Abschlussparty enden! Deshalb laden Kluntje, die Kleiderei, die Kampagne für saubere Kleidung, das Kunstkinder Mag, Frau Schröder fashion design und Vanessa von der B-Lage uns alle ein, die Woche Revue passieren zu lassen, nachhaltige Mode zu feiern, uns zu vernetzen und revolutionäre Pläne zu schmieden [die Anleitung "How to be Fashion Revolutionary" findet ihr übrigens hier].

Das vollständige Programm mit Zeit- und Ortsangaben seht ihr hier nochmal auf dem Flyer.
Ich hoffe, einige von euch finden das Thema ebenso spannend wie ich und vielleicht sehen wir uns ja auf einer der Veranstaltungen. Wenn ihr Lust habt, macht mit morgen beim Fashion Revolution Day und fragt die Unternehmen und Marken: "Who made my clothes?"



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