ENDLICH WIEDER MUSEUMS-WETTER: SARAH MOON - NOW AND THEN

21:41

Monette pour Comme des Garcons, n.d. © Sarah Moon
Es wird ungemütlich draußen - aber was gibt es Schöneres an einem kalten, verregneten Tag als sich ins Museum zurück zu ziehen und eine großartige Foto-Ausstellung zu genießen?
Vom 27. November 2015 bis 21. Februar 2016 wird im Haus der Photographie der Deichtorhallen weltweit zum ersten Mal das Gesamtwerk von Sarah Moon als retrospektive Schau präsentiert.
Rund 350 Fotografien und 5 Filme lassen uns Besucher eintauchen in die märchenhafte Welt der Fotografin.


Sarah Moon, September 2015. Foto © Ilona Suschitzky

Sarah Moon wurde 1941 in Vichy als Marielle Warin geboren und wuchs in England und Frankreich auf. Sie arbeitete zunächst einige Jahre in Paris als Model und wurde unter dem Namen Marielle Hadengue das Gesicht von Werbekampagnen verschiedener Modefirmen.
1968 begann sie selbst zu fotografieren und gab sie sich schließlich den Künstlernamen Sarah Moon. Auf ihre ersten Kampagnenbilder für das Modelabel Cacharel folgten unzählige Werbefotografien unter anderem für Dior, Chanel, Comme des Garçons, Issey Miyake und Valentino sowie Modestrecken für Magazine. Sarah Moon war aber weit mehr als eine Modefotografin. Sie drehte Kurz- und Dokumentarfilme (unter anderem über ihren engen Freund Henri Cartier-Bresson und über Lillian Bassman) sowie den Spielfilm "Mississipi One". So entwickelte sie über die Jahrzehnte ein eigenes künstlerisches, fotografisches und filmisches Werk auch frei von Auftragsarbeiten. Ihre Bilder sind oft in unscharfem Schwarzweiß oder blassen Farben gehalten und locken so den Betrachter in ein Reich der Träume, der Mythen und Märchen - und sie spiegeln auch Paradiesisches: unbekannte Landschaften, verzauberte Städte. Ihre Modeaufnahmen, Stillleben und Porträts wirken zeitlos. Sarah Moon kombiniert in ihren Strecken - wie wir auch in der Hamburger Ausstellung sehen können - Porträts, Blumen-Stillleben, Ansichten von Stadt und Land nebeneinander und hat mit ihrem unverwechselbaren Stil die sogenannte Mood-Fotografie geprägt.

Fashion 9, Yohji Yamamoto, 1996 © Sarah Moon

Kassia Pysiak, 1998 © Sarah Moon

Die Kuratoren der Ausstellung sind Ingo Taubhorn und Brigitte Woischnik. Sie sagen über die Künstlerin und ihre Werke: "Sarah Moon verunsichert den Bildbetrachter. Sie wirft ihn aus dem Raum der geordneten Identität heraus in die Zeit des Zwiespalts und der chaotischen Differenz. Der Inhalt jedes einzelnen Bildes ist unsicher. Zeit und Raum verschwimmen. Bildstruktur und Komposition sind mehrdeutig, unregelmäßig und ausschnitthaft. Die Bildschärfe ist oft zurückgenommen, Details, Oberflächen und Farbwerte werden verändert, ein Grauschleier hinzugefügt. Die von der Künstlerin bearbeiteten Aufnahmen spiegeln so die malerische und grafische Imagination und lassen die Bilder wie eine aufscheinende oder verblassende Erinnerung wirken".
Sarah Moons Arbeiten wurden in Museen und Galerien rund um die Welt gezeigt, darunter im International Center of Photography, New York, im Maison Européene de la Photographie, Paris, dem Kyoto Museum of Contemporary Art und dem Londoner Royal College of Art. Die Werkschau im Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg ist die bisher umfangreichste Ausstellung von Sarah Moon.
Am kommenden Donnerstag, den 26.November, um 19h Uhr wird die Ausstellung eröffnet. Und dann habt ihr beinahe den ganzen Winter Zeit, euch diese besondere Ausstellung anzusehen. 

Die Möwe, 1998 © Sarah Moon

Der Birmbaum, 1992 © Sarah Moon

SARAH MOON - NOW AND THEN
27. November 2015 – 21. Februar 2016
Deichtorhallen Hamburg / Haus der PhotographieDeichtorstr.1-2, 20095 Hamburg

Di - So: 11 - 18 Uhr
Jeden 1.Do im Monat: 11 - 21 Uhr
Öffentliche Führungen: jeden Sa und So um 15 Uhr
Eintrittspreise: 10€ normal, 6€ ermäßigt, freier Eintritt für Kinder/Jugendliche bis einschl. 17 Jahre.
Telefon: +49 40 32 10 30
Email: info@deichtorhallen.de

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